Dupuytrensche Erkrankung

Dupuytrensche Erkrankung



 

Als Dupuytrensche Kontraktur wird eine hohlhandseitige Bindegewebsvermehrung bezeichnet.

Sie ist zunächst knotig oder flächenhaft und hat die Tendenz, derbe Stränge auszubilden. Diese können bis in die Finger hineinreichen und durch Zusammenziehen eine Beugung der Finger bewirken. Sie führen langsam zum Funktionsverlust der jeweiligen Finger.
Am häufigsten sind der 4. und 5. Mittelhandstrahl betroffen. Diese Erkrankung betrifft nicht direkt die Beugesehnen. Diese liegen viel tiefer verborgen und werden nur indirekt in ihrer Funktion beeinträchtigt.

Ursache und Verlauf

Auch heute, 150 Jahre nach der ersten Operation dieser Erkrankung durch den Arzt Dupuytren, ist die auslösende Ursache nicht bekannt.
Als mögliche Faktoren für die Entstehung dieses Krankheitsbildes werden Vererbbarkeit, Stoffwechselstörungen, Erkrankungen der Leber, lokale Traumen und Infektionen angesehen. Gesichert ist bisher nur, dass es in bestimmten Familien gehäuft vorkommt (Vererbbarkeit). Ähnliche Veränderungen können in seltenen Fällen auch an der Fußsohle auftreten und werden als Morbus Ledderhose bezeichnet.

Die Erkrankung verläuft oft schubweise zunehmend und kann sich in mehreren Schweregraden entwickeln (s. Abb.1).


  • Knoten in der Hohlhand ohne Streckbehinderung

  • Beugesteife im Fingergrundgelenk

  • Beugesteife im Grund- und Mittelfinger

  • Beugesteife im Grund- und Mittelgelenk, Überstreckung im Endgelenk

Behandlungsmöglichkeiten

Durch Einreibungen, Salben und Massagen kann die betroffene Haut weicher, der Verlauf der Erkrankung aber nicht beeinflusst werden.
Daher bleibt nur die Möglichkeit einer operativen Behandlung .

Zeitpunkt der Operation


  • wenn durch zunehmende Fixierung die Streckung einzelner Finger behindert und damit die Gebrauchsfähigkeit der Hand eingeschränkt wird

  • wenn Knoten in der Hand zu Schmerzen oder Gefühlsstörungen führen.

Die Operation

Die krankhaft veränderten Bindegewebsanteile werden aus Hohlhand und Fingern entfernt. Dazu werden bestimmte Schnittführungen bevorzugt, um bei guter Übersicht eine problemlose Heilung zu gewährleisten (siehe Abb.2). Der Hautverschluß erfolgt durch lockere Nähte, wobei Anteile der Wunde, die unter Spannung stehen (Beugefalten) auch offen gelassen werden können („open palm“-Technik). Es wird eine Schiene für ca. 10 Tage bis zum Ziehen der Fäden angelegt, wobei bereits nach 3 Tagen im Wasserbad Bewegungsübungen durchgeführt werden können.


 






Abb.2 Schnittführungen 

Fertig vernähter Schnitt bei einer Dupyutrenschen Erkrankung
am 4. und 5. Finger  

Nebenwirkungen und Komplikationen

Wie bei jedem anderen operativen Eingriff auch, können bestimmte Risiken bzw. in sehr seltenen Fällen Komplikationen auch durch größte Sorgfalt des Operationsteams nicht gänzlich ausgeschlossen werden. In einem ausführlichen persönlichen Aufklärungsgespräch werden daher vor der Operation mit dem Patienten Möglichkeiten und Grenzen der angewandten Methode, sowie mögliche Nebenwirkungen und Risiken besprochen.

Die meisten Komplikationen können vermieden werden durch eine rechtzeitige und schonende Operation (Stadium 2); der Operateur sollte ausreichend Erfahrung auf dem Gebiet der Handchirurgie besitzen und über eine entsprechende Ausrüstung verfügen (Anästhesie, Blutleere, Möglichkeit von Nervennähten).

Postoperative Maßnahmen

die den Erfolg der Operation gewährleisten


  • Schmerz- und Schwellungsbehandlung (Kältebehandlung, Hochlagerung der Hand),

  • Ruhigstellung der Hand im Gipsverband nur solange wie unbedingt nötig

  • frühe Mobilisation der Hand ohne Belastung

  • intensive funktionelle Nachbehandlung und Narbenpflege



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