Hernienchirurgie

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Hernienchirurgie

Moderne Operationen bei Bauchwandbrüchen

Was ist eine Hernie?

Der Begriff Hernie stammt vom griechischen Wort hernios ab, das Knospe bedeutet. Damit wird das Austreten von Eingeweide aus der Bauchhöhle bezeichnet, wobei die Austrittsöffnung schon angeboren oder erst erworben sein kann. Im Deutschen wird eine Hernie auch als Eingeweidebruch oder einfach nur als Bruch bezeichnet („Du hebst dir noch einen Bruch!“).
Mediziner unterscheiden noch äußere und innere Hernien, wobei wir uns aufgrund unseres ambulanten Operationssprektrums im folgenden nur auf die äußeren Hernien beziehen.

Allgemeine Merkmale

Jede Hernie weist übereinstimmende Merkmale oder Eigenschaften auf:

die Bruchpforte: eine „Schwachstelle“ in der Bauchwand, durch die Eingeweide hindurchtritt. Eine Bruchpforte kann anatomisch bedingt sein (z.B. entlang des Samenleiters beim Mann in die Leiste), ist u.U. schon angeboren im Säuglingsalter vorhanden oder wird später erst erworben (z.B. Narbe nach Bauchoperation). Der Bauchinnenraum weist natürlicherweise einen gewissen Druck auf, wird dieser Druck durch zusätzliche Faktoren erhöht (starkes Husten, Pressen, schweres Heben), können die tragenden Bauchwandschichten an den in Frage kommenden Stellen soweit auseinander weichen, daß eine Bruchpforte entsteht und Eingeweide austritt.

der Bruchsack: eine beutelartige Vorwölbung der inneren Bauchwandschichten in die Bruchpforte hinein. Das Bauchfell (Peritoneum) bildet die innere Auskleidung des Bruchsacks.

der Bruchinhalt: zeitweise kann der Bruch „leer“ oder aufgrund von entzündlichen Prozessen mit Bruchwasser gefüllt sein. Häufig enthält der Bruch jedoch Zipfel des inneren Bauchbindegewebes oder sogar Teile von inneren Organen (Eierstock, Blase, Dickdarm, Dünndarmschlinge).

Symptome

In der Regel fällt eine Hernie durch die äußere Vorwölbung der Bauchwand auf, kann jedoch auch unbemerkt bleiben. Ist der Bruch noch frisch, kann der Bruchinhalt u.U. wieder in den Bauch zurückgeschoben werden. Eine Erhöhung des Bauchinnendrucks (z.B. durch Husten) läßt den Bruch hervortreten. Je nachdem ob der Bruch gerade mit Eingeweide gefüllt ist oder nicht, treten wiederkehrende Schmerzen auf. Mit zunehmendem Alter des Bruches können entzündliche Prozesse und Verwachsungen hinzukommen, die ihrerseits Beschwerden verursachen.
Bei bestimmten unbehandelten Brüchen kann es in seltenen Fällen auch zu Komplikationen kommen, etwa wenn Darminhalt mit eingeklemmt wird und die Darminnenwand schädigt oder die Durchblutung von eingeklemmten Darmschlingen unterbunden ist. Diese Komplikationen sind sehr schmerzhaft und bedürfen einer schnellen operativen Behandlung. Die Charakterisierung als Notfall wird durch den in der Chirurgie oft zitierten Satz beschrieben: „Über der eingeklemmten Hernie darf die Sonne weder auf- noch untergehen.“

Therapiemöglichkeiten

Besonders in früheren Zeiten behandelte man Bauchwandbrüche mit sogenannten Bruchbändern, einer speziellen Bruchgymnastik oder durch Einspritzen verschiedener Medikamente. Da in all diesen Fällen aber die Bruchpforte bestehen bleibt, hat sich mittlerweile die operative Behandlung als Behandlungsmethode der Wahl etabliert.

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