Struma-Chirurgie

Struma-Chirurgie

Operationen an der Schilddrüse

schilddrueseEin wichtiges Organ

Die Schilddrüse gehört zu den sogenannten endokrinen Drüsen des menschlichen Körpers. Endokrin bedeutet „nach innen abgebend“, da die Hormone dieser Drüsen nicht über einen Ausführungsgang, sondern direkt ins Blut, in die Lymphe und ins Gewebe ausgeschüttet werden.
Zu den wichtigsten Aufgaben der Schilddrüse gehören die Jodspeicherung und die Bildung bestimmter Hormone. Die jodhaltigen Hormone der Schilddrüse (wie z.B. Thyroxin) spielen vor allem beim Energie- stoffwechsel eine bedeutsame Rolle und beeinflussen darüber hinaus den Funktionszustand fast aller Organe, während das ebenfalls von der Schilddrüse gebildete Calcitonin für die Einlagerung von Calcium und Phosphaten in den Knochen sorgt und damit der Verminderung der Knochensubstanz vorbeugt.

Die Schilddrüse befindet sich unterhalb des Kehlkopfes, besitzt die Form eines Schmetterlings und liegt ähnlich wie ein Schild vor der Luftröhre. Größe und Volumen der Drüse können individuell verschieden sein; so ist die Drüse bei Männern grundsätzlich größer als bei Frauen. Auch die Schwankung der Drüsengröße während des weiblichen Zyklus ist als normal anzusehen.

Schilddrüsenerkrankungen

Leider ist die Schilddrüse auch Ausgangspunkt zahlreicher Erkrankungen, die zu Störungen des Hormonstoffwechsels führen und eine Über- oder Unterfunktion hervorrufen können (Hyper- bzw. Hypothyreose). Aufgrund der vielfältigen Wirkung der Schilddrüsenhormone können die durch diese Erkrankungen hervorgerrufenen Beschwerden die verschiedensten Organsysteme betreffen und reichen von Störungen des Herz-Kreislauf-Systems, des Nervensystems und der Psyche bis zur Beeinträchtigung des Magen-Darm-Trakts, der Muskeln und der Sexualfunktion.

Deutschland, Österreich und die Schweiz werden als Jodmangelgebiete betrachtet. So entwickelt sich bei bis zu 30% der Bevölkerung eine Vergrößerung der Schilddrüse, die als Jodmangel-Struma oder Kropf bezeichnet wird. Andere typische Schilddrüsenerkrankungen sind der Morbus Basedow (Autoimmunerkrankung mit Überfunktion und Vergrößerung der Schilddrüse), Entzündungen (Thyroiditis) und verschiedene Schilddrüsenkrebsarten.
In der Behandlung werden stadien- und befundabhängig die medikamentöse Therapie, eine Radiojodtherapie oder operative Verfahren eingesetzt.

Diagnostische Verfahren

Um eine Schilddrüsenerkrankung zu diagnostizieren, kann man sich verschiedener, aufeinander aufbauender Verfahren bedienen:

    • ausführliche Befragung des Patienten zu Entwicklung und Ausprägung der Beschwerden
    • manuelle Untersuchung des Halses, um eine Vergrößerung der Schilddrüse in einem krankhaften Ausmaß zu ertasten
    • Sonographie (Ultraschalluntersuchung) zur Bestimmung des Schilddrüsenvolumens und zur Beurteilung eventueller Knoten
    • Szintigraphie (nuklearmedizinische Bilddiagnostik) zur Beurteilung der Schilddrüsenaktivität (kalte oder heiße Knoten, diffuse Überaktivität)
    • Labordiagnostik zur Bestimmung der freien Hormonspiegel im Blut
    • u.U. eine Feinnadelpunktion zur Gewinnung von Zellproben der Schilddrüse
    • HNO-Untersuchung zum Ausschluß anderer möglicher Beschwerdeursachen
    • für spezielle Fragestellungen kann auch eine Computertomographie oder eine Kernspintomographie sinnvoll sein

Resektion (Teilentfernung)

Kommt es im weiteren Verlauf der Erkrankung zur Ausbildung einer Struma nodosa (Knotenstruma) mit Kompressionsbeschwerden, einer Überfunktion oder sogenannten kalten Knoten, die auf Schilddrüsenkrebs hinweisen können, besteht häufig eine Indikation zur Schilddrüsenresektion.
Jährlich werden etwa 90.000 – 100.000 Patienten in Deutschland an der Schilddrüse operiert, damit gehört die Schilddrüsenresektion zu den fünf häufigsten Eingriffen in der Chirurgie. Bei den heutigen modernen Anästhesieverfahren und schonenden operativen Techniken stellen auch das höhere Lebensalter oder schwere Begleiterkrankungen keine grundsätzliche Kontraindikation gegen einen operativen Eingriff dar.

Operative Therapie

Die Zielsetzung in der operative Therapie der Struma nodosa besteht in der vollständigen Entfernung aller knotentragenden Anteile unter Belassung des normalen Schilddrüsengewebes.
Verschiedene OP-Methoden erlauben eine Anpassung an die jeweils vorliegende Morphologie und Funktion. Von der einfachen Knotenentfernung beim unverdächtigen Einzelknoten bis zur Hemithyreoidektomie (Entfernung eines gesamten Schilddrüsenlappens) bei Verdacht auf Bösartigkeit eines kalten Knotens oder einem komplett knotig umgewandelten Schilddrüsenlappen kann das Ausmaß der Resektion individuell festgelegt werden.
Hilfreich ist der Einsatz eines sogenannten Neuromonitorings zur intraoperativen Prüfung der Stimmbandfunktion und Vermeidung von Nervenschädigungen.

Spezieller Ablauf der Operation

Schilddrüsenoperationen finden immer unter stationären Bedingungen in einem mit unserer Praxis kooperierenden Krankenhaus statt. Der stationäre Aufenthalt beträgt in der Regel 4 – 5 Tage. Hier werden die Patienten von unseren Praxisärzten, aber natürlich auch von den Kliniksärzten betreut. Nach der stationären Behandlung erfolgt die Betreuung im Normalfall durch den Hausarzt oder internistischen Facharzt. Neben den weiteren Wundkontrollen muß hier auch die in der Regel notwendige medikamentöse Dauertherapie zur Vermeidung von Rezidiven (erneute Knotenstruma) eingeleitet werden.

Wie bei jedem anderen operativen Eingriff auch, können bestimmte Risiken bzw. in sehr seltenen Fällen Komplikationen auch durch größte Sorgfalt des Operationsteams nicht gänzlich ausgeschlossen werden. In einem ausführlichen persönlichen Aufklärungsgespräch werden daher vor der Operation mit dem Patienten Möglichkeiten und Grenzen der angewandten Methode, sowie mögliche Nebenwirkungen und Risiken besprochen.

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